Sonntag, 3. Dezember 2017

no place to be?

Eine meiner Kindheiterinnerungen ist der Blick aus dem Fenster auf den belebten Kleinstadtbahnhof. Da fuhren die roten Schienenbusse ein und aus und rostbraune und  grüne klapprige Güterzüge, beladen mit dem was das Tal produzierte. Dunkelgrün waren die Züge, die in die nächst größere Stadt fuhren. 

Menschen kamen und gingen, vertraten sich auf den Bahnsteigen die Füße oder eilten, um den Zug nicht zu verpassen. Koffer wurden auf Wagen gestapelt, Postpakete auf anderen. Es gab einen Zeitungskiosk und eine Bahnhofsgaststätte, beide gut besucht.

Was ich da sah, war wie ein Wimmelbild. Zentrale Person mein Onkel Heinrich, der die Schranke bediente. Damals querte die Bahn noch die Hauptstraße. 

Als ich längst schon nicht mehr dort wohnte, wurde der Bahnhof an den Stadtrand verlegt. Ob es dort heute noch wimmelt, weiß ich nicht. Was mir geblieben ist, ist eine Vorliebe für Bahnhofsarchitektur und für Züge. Ich schau sie mir gerne an, fahre aber lieber mit dem Auto. 

Den kleinen Bahnhof im Nachbarstadtteil hab ich schon vor ein paar Jahren durch Zufall entdeckt und Bilder gemacht. 




bahnhof-westheim-wie-er-war


bahnhof-westheim-einst

Neulich war ich wieder dort und erstaunt, dass er zwar hergerichtet, aber weniger den je ein Ort ist, an dem man sich gerne aufhalten möchte. 



bahnhof-westheim

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Vielleicht bin ich ja vorschnell in meinem Urteil, wenn ich mich frage, warum er nach der Sanierung noch weniger zum Verweilen einlädt als zuvor. 




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Vielleicht ist er einfach noch nicht fertig und sieht einer großartigen Zukunft als lebhafter Stadtteil-Mittelpunkt entgegen. Es wäre ihm und uns zu wünschen, 



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dass er mehr wird als Haltepunkt und Fahrradparkplatz.



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Dass die gesichtlosen Fenster wieder hell erstrahlen und die geschlossenen Türen sich weit öffnen. 



bahnstrecke-nach-ulm

Ein Bahnhof weckt Fernweh, es wäre der ideale Ort für Begegnungen. Ein Ort der Grenzen überwindet, auch die im Kopf. Ein schöner Traum.




bahnhof-westhei


Immerhin sind Teile von ihm so alt wie ich. Da ist doch ein Wandel noch möglich.




Sonntag, 26. November 2017

keine angst vor leo

neulich las ich zu meiner verwunderung, das leo-print alt macht. wie macht er das bloß?

leo-ist-cool-50plus-stil

schließlich habe ich, wenn ich leo-muster trage, keine falte mehr im gesicht. 
das arme leo-muster. dem man so viel übles nachsagt!


leo-ist-cool-50plus-stil


von ordinär bis altbacken - na, was denn nun? 


leo-ist-cool-50plus-stil

meine mutter hätte mir wahrscheinlich nicht geraten, eine jacke im leo-look zu tragen. in ihrer vorstellung und in der vieler anderer war das muster dazu geeignet billigen effekt zu heischen.

der leopard, ein edles tier, schafft billige effekte?




das kann ja gar nicht sein. er weiss nur sich in szene zu setzen.
diese eigenschaft mache ich mir gerne zunutze.


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deshalb dürfen ein paar leo-boots nun langweilige outfits aufpimpen. 




und klassiker, wie meinen samtblazer begleiten. 



den hatte ich tatsächlich schon ausgemistet. weil ich ihn nur selten trage. 

zum glück ist mir noch eingefallen warum. er ist eine meiner typischen herbst-klamotten. ich trage ihn also maximal zwei monate im jahr. dafür sieht er nach 10 jahren in meinem besitz  und unzähligen unter vorbesitzerinnen noch immer gut aus.  




draußen fotografieren, ist zurzeit fast nicht möglich. wenn ich abends heimkomme, ist es dunkel und am wochenende regnet es oft. 

Die ersten paar bilder sind, wie ihr leicht erkennen könnt, im herbst gemacht, im wittelsbacher park in Augsburg.



augsburg-wittelsbacher-park

dort und anderswo regenet es heute.
ich bin also mit der kamera durchs haus getigert, hab alle lichter angeknippst und schließlich einen einigermaßen hellen platz im treppenhaus und im küchendurchgang gefunden. 

bin ich alt oder älter

wenn so eine leo-jacke mich alt macht, pfeif ich drauf. dann bin ich's halt! 

für meine 82-jährige freundin bin ich jung. für meine zweijährige großnichte bin ich alt, für leute in meinen jahren bin ich im besten alter. 

ist alt das synonym für irgend was übles?
es ist doch nur ein adjektiv, das ohne wertung verwendet, einen zustand beschreibt. 

alte freunde sind was feines
alter whisky wird hoch gehandelt
alte meister mit ehrfurcht betrachtet

ich-bin-alt-ich-bin-jung-50plus-stil



was bin ich, alt oder jung? 
ich kann's mir raussuchen. kann so jung oder so alt sein, wie ich gerade lust habe. das leo-jäckchen, die leo-boots tun nichts dazu. sie sind einfach nur hübsch

und, wie könnte es anders sein, bei mir ein schnäppchen aus zweiter hand.

habt ihr ein "vorurteil" gegen irgendein muster? 
oder mögt ihr eins besonders gerne?


sonnenblume-im-november

 das ist die letzte sonnenblume im garten
tapfer trotz sie kälte, sturm und regen. 

mit meiner vorliebe bin ich nicht alleine - schaut mal, noch mehr leo-looks:

Sabine Gimm trägt leo-boots mit streifen
Sunny und Andrea  lassen sich vom leo-schal wärmen
Fran trägt ein kleid und (damals leider) krücken  
Cla den Rock, den ich noch suche
und Rena einen kuscheligen mantel 


wenn ihr auch einen leo-look gepostet habt, dürft ihr ihn gerne im kommentar verlinken.  

Strickjacke - 2nd hand (ubup)
gestreifte bluse - promod (fundus)
grüne jeans - h u m (fundus)
plateau-schuhe - tamaris
rosa mini-handtasche - geschenk 
grauer sack - grande via 

samtblazer - ziemlich alt, aus dem fundus
paisley-schal - aus dem fundus
jeans - h u m, abgeschnitten von mir
sandfarbener pulli - promod (jahrealt)
hellbrauner ledergürtel - kreideweis 
leo-boots - h u m über kleiderkreisel







Montag, 20. November 2017

Was tun im November...

Wenn der Hochnebel mal wieder keinen Sonnenstrahl durchlässt...
Wenn Nieselregen sich mit den ersten Schneeschauern abwechseln...
Wenn wir uns am liebsten eingepackt in eine warme Decke neben den Ofen setzen möchten...

novemberregen

Dann ist November. Die eigentlich stille Zeit bevor der Weihnachtstrubel beginnt.
Die kann man zuhause im Warmen verbringen oder sich mit Freundinnen treffen, die einen im Nu, Wind und Wetter vergessen lassen. 

So hab ich's gemacht. Gleich zweimal war ich unterwegs. 


frauenzimmer-50plus-in-augsburg

Einmal mit Ursula und Rocky in Augsburg. Wir hatten sogar Glück, und konnten Anfang November noch draußen sitzen. 


wirvierunterwegsnachmannheim

 Zwei Wochen später fuhr ich mit Sunny, Ela und Ursula nach Mannheim,




kleine-bloggertreffen-in-mannheim

wo wir Tina und ihre bezaubernde Tochter Sarah trafen. 






tina-die-schöne

Die erste Begegnung im Analogen ist immer wieder spannend. Wir kennen uns ja nicht wirklich. Doch ganz fremd sind wir uns auch nicht. Schließlich wissen wir sehr gut, was die andere im Kleiderschrank hat und noch ein wenig mehr.




blogger-unter-sich

Das gemeinsame Hobby bietet uns viel Gesprächsstoff und ist ein guter Einstieg. 
Doch dabei bleibt es nicht. Während wir den Tag zusammen verbringen, lernen wir uns  besser kennen, gehen vertrauter miteinander um und entdecken Gemeinsamkeiten über das Bloggen hinaus.



vor-dem-mannheimer-schloss

Sunny, Ela, Ursula und ich waren schön öfter miteinander unterwegs, wir treffen uns mehr als einmal  im Jahr, sind Freunde und ein gutes Team,





50plus-style-in-lederhose

auch wenn's ums Foto-Shooten geht. 

50plus-style-in-lederhose









sunny-und-ela-foto-shooten

Eine Zugfahrt von 21/2 Stunden verfliegt dann so schnell wie die große Pause in der Schule. 



himmel-ueber-mannheim

Auch in Mannheim hat es das Wetter gut mit uns gemeint. Abgelenkt, wie ich war, habe ich nicht viele Bilder gemacht. Was ich ein wenig bedauere, ist es doch eine schöne und liebenswerte Stadt. 

Danke an alle, die dieses Wochenende zu etwas Besonderem gemacht haben. 

Bilder: Nr. 3 Sunny, Nr. 8, 9 und 10 Ela

 
 

 





Sonntag, 5. November 2017

Stadt - Land - Fluss - im Oktober

Ein ereignisreicher Monat, der Oktober, der mit einer Woche Urlaub und ein paar Tagen in Berlin begann und mit zwei Feiertagen und einem Ausflug nach Weikersheim endete. 

Der Reihe nach...

fototasche-zur-schwarzweißen-jacke

Die neue Kamera verlangte nach einer Tasche. Ich fand sie im 2nd-Hand-Laden. 
Sie ist zwar aus Kunstleder, sieht aber trotzdem gut und wertig aus und vor allem sie ist nicht zu groß und trotzdem bekomme ich alles, was ich sonst noch so brauche , unter. 


Mir macht es mehr denn je Spass, spazieren zu gehen und festzuhalten, was mir begegnet. Der Oktober eignete sich besonders gut dafür. Zwar war jedes Wochennende Regen angesagt, der sich dann jedoch gar nicht oder nur kurz einstellte. 
 

astern-am-zaun






bunte-herbstblaetter








rote-beere-im-herbst


Anfang Oktober wurden wir sogar mit sommerlichen Temperturen verwöhnt.  



50plus-bloggerin-sonntags-unterwegs




So oft wie möglich, machten wir einen Abendspaziergang. Zum nächsten Ort oder ins Schmuttertal und wenn es doch einmal geregnet hat, war anschließend immer noch Zeit für einen Stadtspaziergang. 


abendspaziergang-im-oktober






gersthofen-stadtmitte




rosarote-rose



herbstblumenstrauss


Der Garten bescherte uns die letzten Rosen, der Wochenmarkt bunte Dahlensträuße.



vintage-glamorös


Die Dahlien machen sich auch gut zu meinen Schätzen, die ich im Sozialkaufhaus fand, ein fein gemustertes Tablett aus Messing und eine Kristallschale. 




50plus-style-bloggerin-im-spitzentop


Im Oktober war Kleidermarkt, eine Art Flohmarkt in der Halle, bei dem nur Kleidung, Schuhe und Accessoires verkauft werden.  Ein Spitzentop ergänzt seither meine Garderobe und ein Diva-Kleid. Ich nenne es so, weil ich den goldenen Pannesamt und den Schnitt als glamourös empfinde. Ob ich es behalten werde, weiß ich noch nicht. Ich bin mit dem Styling noch nicht ganz zufrieden. 



goldenes-diva-samt-kleid


Bei einem weiteren Versuch, mich mal anders zu kleiden, als ich es gewohnt bin, kam ein grau-in-grau-Look heraus, den ich defininv so nicht übernehmen werde. Er erinnert mich an den Kleiderstil meiner Mutter. Ab Anfang 60 trug sie fast nur noch diese geraden, langen Röcke. Sie hat sich darin wohlgefühlt und sah auch hübsch aus. Für mich aber ist das nix. Seht selber...



grau-in-grau-kein-look-fuer-50plus


Ein nachdenklicher Monat war's auch. Ich habe mir Gedanken gemacht, warum ich noch immer - mit fast 60 - mich fast willenlos von meiner (Herkunfts-)Familie manipulieren und instrumentalisieren lasse. Glaubenssätze aus meiner Kindheit binden mich nach wie vor an Menschen, die mir gar nicht gut tun. 



muehlrad-in-soefflingen 





















Es ist mir gelungen einige davon zu "entdecken", im wahrsten Sinne des Wortes. Zu merken, welche ursprünglich familiären Regeln es sind, die über mich bestimmen, ist der erste Schritt. Sie zu hinterfragen und zu neutralisieren der zweite. Der fällt mir erstaunlicherweise leichter als der erste. Vermutlich habe ich noch einen langen Weg vor mir, aber ich gehe ihn zuversichtlich. 


regenbogen-auf-der-autobahn

Mir liegt es fern, im Stillen zu schmollen und zu grübeln. Ich habe aus- und angesprochen, was mich quält und wie ich behandelt werden möchte (zum ich weißnichtwieveilten Mal). Aufpassen muss ich nun, unterstützt von meiner eigentlichen Familie, dass ich alte Muster nicht wiederhole. Ändern kann ich nur mich. Den Regenbogen, der sich auf der Rückfahrt zeigte, nehme ich als gutes Zeichen. 


Der Ausflug nach Weikersheim am Feiertag stand von Anfang an unter einem guten Stern. In Herrn U.'s alter Heimat treffen wir nicht nur auf eine wunderbare liebliche Landschaft, ein zauberhaftes Städtchen, sondern auch auf einem Menschen, den wir lieben und schätzen. Wahlverwandschaft - für mich allemal die bessere. 




schlosspark-weikersheim



landschaft-im-taubertal



Sonntag, 29. Oktober 2017

Berlin - fast ohne Plan

Ich hab keinen Koffer aber meine beste Freundin in Berlin und am ersten Oktober fuhren wir sie, ihren Mann und Hündin Paula, besuchen. 

Weil wir möglichst viel Zeit miteinander verbringen wollten, nahmen wir uns gar nicht erst vor irgendwas zu besichtigen, zu besuchen, zu erleben. Weil wir uns viel zu erzählen hatten, blieben Kamera und Handy meist in der Tasche. 

Trotzdem oder gerade deshalb war's ein Städtetripp, wie ich ihn mag. Wenn ich mich mit offenen Augen durch den Tag treiben lasse, bleibt als Erinnerung mehr als Geschichte und Kultur. Es bleibt das Gefühl, die Stadt mit allen Sinnen erlebt zu haben. Wenn's auch wie diesmal nur ein kleiner Ausschnitt war. 


biergarten-am-wannsee

Am Montagmorgen machten wir uns auf den Weg, zum Wannsee, die Pfaueninsel anschauen. Weltkulturerbe, Naturschutzgebiet, Landschaftspark.

 


faehre-zur-pfaueninsel

Die Fähre fährt alle 1/4 Stunde, die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten. 


50plus-bloggerin-auf-der-fähre-zur-pfaueninsel


 Es macht trotzdem Spass sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. 


fruchtstand

Man darf fotografieren auf der Insel, die Bilder aber nicht veröffentlichen. Deshalb nur eine Nahaufnahme von einem interessanten Fruchtstand. Den Rest kann ich nur beschreiben. Ein weißes Jadgschloss steht am Ufer, Schafe weiden unter alten Bäumen, ein Gewächshaus, verkleidet als kleiner Palast, steht einsam auf der Wiese, im herbstlichen Blumengarten stolziert, uns ignorierend ein Pfauenmännchen. Weitere schreiten über die weiten grünen Wiesen. Ein Rad schlagen sie nicht. War wohl niemand da, den es sich lohnte zu beeindrucken. 


auf-der-fähre-zur-pfaueninsel

Für die Insel braucht man mehr Zeit als wir hatten. Wir haben noch lange nicht alles gesehen aber wir werden wiederkommen. 


50plus-bloggerin-lachend-im-wind



Den Nachmittag verbrachte ich mit A., meiner Freundin, beim Second-Hand-Shoppen und buchstäblich stundenlang Kaffeetrinken. Abends waren wir im Mesa libanesisch essen.  
Viele kleine Köstlichkeiten, leckeres Brot dazu, es war ein Genuss für Auge, Mund und Magen. Bilder gib's keine - ich hab glatt vergessen mein Essen zu fotografieren.  


jackendetail-schwarz-weiss

Mein Beute vom 2nd-Hand-Shoppen, eine schwarz-weiße Jacke von Oxfam.


Herr U. und ich hatten uns gewünscht, den Berliner Zoo zu sehen. Nicht nur wegen der Pandas. Wobei die schon extrem niedlich sind. Unsere Freunde waren diesmal dabei. Ihr Hund Paula leider nicht. In Berlin dürfen Hunde nicht in den Zoo. 


kamele-im-berliner-zoo



kamele-im-berliner-zoo





kamele-im-berliner-zoo



weisser-wolf





 


weisser-wolf-im-zoo-berlin



Meine Lieblingstiere an diesem Tag, die beiden Kamele. Sie hatten die Ruhe weg. Schon vom zugucken war man entspannt. 

Die weißen Wölfe mag meine Freundin ganz besonders. Es sind wunderschöne Tiere und sie haben freundliche Gesichter. 


berlin-friedenau


Bevor wir abends beim Inder in Friedenau essen gingen, bummelten wir ein wenig durchs Viertel - Kiez sagt man in B.



berlin-friedenau


Jacky wollte wissen, wo sich Touris in Berlin aufhalten. Hier am Dienstagabend. 




am-abend-in-friedenau




lederjacke-lederhose-50plus-style




weisser-roller-mit-filter


Ab sechs wurde es zunehmend dunkler und meine Bilder "bewegter".  


herr-u-im-licht-und-in-bewegung


Gut, dass wir zum Abendessen nicht mehr weit hatten.

Rock - Cos über kleiderkreisel
Pulli - aus dem Fundus
Lederjacke- H & M
Turnschuhe - Rebock - die bequemsten
Rucksack - Flohmarkt







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