Sonntag, 21. Februar 2016

Business im Februar

Was ich im üblicherweise im Büro trage, habt Ihr schon in vielen Posts zu sehen bekommen. Mein beruflicher Chic unterscheidet sich kaum von dem, was ich in der Freizeit trage (von Wanderungen und Spaziergängen mal abgesehen), wenn ich einkaufen gehe, mich mit Freunden treffe oder ins Kino gehe. Mit einer Ausnahme...

Ich bin Exporsachbearbeiterin in einer Firma, die Industriewaagen herstellt und vertreibt, weltweit. Zu meinen Aufgaben gehört es, Kunden aus dem Ausland zu betreuen. Das kommt nicht regelmäßig vor, aber so ein-, zweimal im Jahr und ist für mich durchaus ein Anlaß, von meinem gewohnten Kleidungsstil abzuweichen. Meine  Kunden kommen meist aus dem Nahen oder Mittleren Osten oder aus Nordafrika. Sie im Buisness-Hosenanzug oder im feinen Kostümchen zu empfangen, ist nicht notwendig und wäre auch nicht mein Stil. Zudem dienen diese Besuche nicht nur dem gegenseitigen Kennenlernen und dem geschäftlichen Verhandeln, in den meisten Fällen wollen die Besucher etwas von unserem Land und unserer Kultur sehen. Wir sind also gemeinsam in der Stadt unterwegs. 



Dafür hat sich besonders diese Jacke bestens bewährt. Es ist eine Kostümjacke, die ich vor Jahren auf einem Kleidermarkt erstanden habe. Die Länge gibt ihr fast das Aussehen eines Gehrocks, durch die seitlichen Schlitze ist sie sehr bequem. Außerdem kann ich sie mit vielen Hosen kombinieren.




Ich kann sie, wie hier, mit einem Schal tragen, oder mit einem Rollkragenpulli oder einer Bluse. 



Ganz wichtig sind eine große Tasche und bequeme Schuhe. Wie schon erwähnt, wir sind zu Fuß unterwegs. Die Tasche muss auch mal Unterlagen, die unterwegs noch besprochen werden wollen, fassen. 





Alle paar Jahre begleitet die Jacke mich auf eine Geschäftsreise in den Iran. Auch dieses Jahr wieder, im Mai. Dann  trage ich den Schal nicht nur um den Hals sondern auch als Hijab über dem Kopf.



Ich empfinde es übrigens als sehr kleidsam auf diese Weise ein Tuch zu tragen und fühle mich die paar Tage, an denen ich das muss, keineswegs eingeschränkt. 






Und damit nehme ich gerne teil an Ines' Link-Party: Business im Februar.

 
 





Samstag, 13. Februar 2016

Falsche Signale - oder warum ich nicht jünger sein möchte

In wenigen Wochen werde ich 58 Jahre alt. Kein Grund in Panik zu geraten, aber ein Anlass für mich, mir Gedanken zu machen. Was ich bin, wie ich bin, und warum ich so bin, wie ich bin. 

Ich stehe mitten im Berufsleben. Nach langer Zeit, in der ich Teilzeit gearbeitet habe, habe ich seit 8 Jahren einen Vollzeitjob. Nicht nur irgendeinen Job, sondern genau den, den ich haben möchte. Im Laufe der letzten 8 Jahre sind viele neue Aufgaben dazu gekommen, ich musste vieles lernen, mich ab und zu beweisen und ich habe nicht nur Routine sondern auch die Sicherheit bekommen, dass ich mich auf meine Kenntnisse, meine Intuituion und meine Erfahrung verlassen kann. 

Normalerweise spreche ich in 8-stunden-sind-kein-tag nicht über meine Beruf. Warum heute? Weil die Sätze zuvor etwas erklären.

Wie im beruflichen so geht es mir auch im privaten Leben. Auch hier gelingt es mir jetzt (erst), mir meiner selbst sicher zu sein. Zwar hatte ich weit mehr als 8 Jahre Zeit diese Sicherheit zu erlangen. Aber das Gefühl, dass ich etwas "wert" bin, dass das, was ich mache gut ist, dass ich mit mir und meinem Aussehen mehr als zufrieden sein kann, das hat sich erst in den letzten Jahren eingestellt. Vorher war es zeitweise da, manchmal latent vorhanden, machmal ganz weg.

Warum? Weil ich von meiner Familie, besonders von meinem Vater, sehr widersprüchliche Signale erhalten habe. 

Als Kind wuchs ich bei meinen Großeltern auf, die ersten vier Lebensjahre. Das hat mir, glaube ich, den A* gerettet. Ich war ihre "Prinzessin", ihr Ein-und-Alles. Ich war ein kluges, schönes, selbstbewußtes Kind. 




Etwas zu klug und zu selbstbewußt und wohl auch zu schön, zumindest wurde mir das von meinen Eltern vermittelt, als ich nach dieser Zeit und bis ich zwanzig war bei ihnen lebte. Es war nicht böse gemeint, nicht lieblos. Es war die Zeit. 

Kinder sollten möglichst unsichtbar, unhörbar, gehorsam und pflegeleicht sein. Das alles war ich nicht. Ich redete gerne mit, wenn Erwachsene sich unterhielten. Ich war hübsch und darauf gepolt Aufmerksamkeit zu bekommen und ich hatte einen sehr ausgeprägten eigenen Willen. Keine guten Voraussetzungen, um eine brave Tochter zu sein. Also setzten sie alles daran, mich zu ändern. Und es ist ihnen natürlich gelungen. Sie waren die, die das Sagen hatten. Ich wurde im Laufe der Jahre ruhig, schüchtern und wenn auch zähneknirschend ziemlich brav. Wenn ich mich an die Regeln hielt, hatte ich eine unbeschwerte Kindheit. 

Das ist nichts ungewöhnliches und auch nichts, was ich meinen Eltern ankreide. Alle anderen Kinder wurden genauso oder ähnlich erzogen. Mit Erwachsenen sprachen wir nur, wenn wir dazu aufgefordert wurden, zum Spielen verzogen wir uns ins Kinderzimmer oder nach draußen (diese Variante war mir lieber), Kleidung wurde von Mama gekauft oder genäht und war kein Diskussionsthema. 

Ich hatte Glück und meine Mama konnte richtig gut nähen und sie liebte es mir und meiner Schwester Kleider zu nähen. Wunderschöne Kleider, die ich am liebsten immer angezogen hätte. Leider waren es nur Kleider für besondere Gelegenheiten und sie hingen meist im Schrank. Für die Schule und danach gabs "Praktisches". Hatte ich aber eines dieser Kleider an, hätte ich mich am liebsten stundenlang vor dem Spiegel darin betrachtet. Überhaupt, stand ich liebend gerne und so oft wie möglich vor Mama's dreispiegeliger Frisierkommode, betrachtete mich von allen Seiten und fand toll, was ich sah. Dabei erwischen lassen durfte ich mich allerdings nicht. Meine Eitelkeit und, dass sie mir ausgetrieben werden musste, war ein Dauerthema. 

Grund vielleicht auch dafür, dass mir meine äußerlichen Mängel ständig vor Augen gehalten wurden. Ich hatte immer Locken, bei feuchtem Wetter sogar sehr krauses Haar. Was dann nicht anders als "Putzwolle" bezeichnet wurde. Ich durfte mir z. B. nie die Haare wachsen lassen, weil die "Putzwolle" so schwer zu kämmen war. Meine damals noch recht dünnen Beine waren "Saustallpfosten" oder "Krautstampfer" und krumm sowieso. Ich habe als Teenie meist Maxiröcke oder lange Hosen getragen, weil ich mich meiner Beine schämte. Meine Nase war zu groß, mein Gesicht zu rund,  mein Hals zu kurz...

Mehr und mehr fand ich mich nicht mehr schön und vor dem Spiegel bin ich auch nicht mehr gestanden. Ganz im Widerspruch dazu, hat mein Vater mich aber sehr gerne fotografiert. Es sind sehr schöne Aufnahmen geworden. Eine davon hing und hängt noch heute in seinem Schlafzimmer. 



Diese widersprüchliche Haltung mir gegenüber hatte er auch in anderen Dingen. Zwar durfte ich (als Arbeiterkind und Mädchen) aufs Gynmasium, wenn ich aber mein Wissen kund tat, wurde mir schnell gesagt "Das Ei solle nicht gescheiter sein, als die Henne". 

Später, als ich einen Beruf, Kinder, zeitweise sogar eine Eigentumswohnung und einen Ehemann hatte, war das manchmal genug. Meist jedoch das eine wie das andere kritikwürdig. So richtig hab ich es nie geschafft, den Erwartungen meiner Eltern zu entsprechen. Und leider nicht nur ich, auch meinen Kindern ist es nicht gelungen, so zu sein, wie die Großeltern sie gerne gehabt hätten. Was aber nicht heißt, dass sie uns zum Teufel geschickt haben. Im Gegenteil, sie hatten uns gerne um sich. Manchmal dachte ich, dass der Streit mit mir sie zusammenhält.

Ich habe darunter manchmal gelitten und trotzdem immer den Kontakt aufrechterhalten. Habe versucht so gut wie möglich "gute Tochter" zu sein. Gelungen ist es mir nie, was ich aber nicht ins Gesicht gesagt, sondern durch Randbemerkungen anderen Leuten gegenüber erfahren durfte. 

Irgendwann war dann das Maß voll und ich bereit loszulassen, was mich all die Jahre gequält hat. Doch genau zu dem Zeitpunkt, als ich das beschloss und es meinen Eltern auch mitteilte, wurden wir gewahr, dass meine Mutter an Demenz erkrankt ist. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, den Kontakt abzubrechen. Habe allerdings klare Regeln aufgestellt, wie ich behandelt werden möchte. An die hält sich mein Vater. Die Krankheit meiner Mutter ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie das "Kind" in unserer Beziehung ist. 

Diese Aussprache ist ein paar Jahre her. Wie ich behandelt werden möchte, muss ich immer mal wieder einfordern. Aber das macht mir inzwischen nichts mehr aus. Es ist nicht mehr mein Manko, sondern das meines Vaters, wie er mich sieht. Es ist schade, dass es ihm nie gelungen ist, mich als das wahrzunehmen, was ich bin. Ja nicht einmal seine Enkel, so zu sehen, wie sie sind. Es ist bedauerlich für ihn, nicht mehr für uns. 

Wichtig für mich ist, dass es mir gelungen ist, die alten Einschätzungen hinter mir zu lassen. Mich mit meinen Augen zu sehen und zwar immer und nicht nur zeitweise. Natürlich habe ich Fehler, Untugenden, Marotten und ich bin auch nicht jedes Mal hocherfreut, wenn ich in den Spiegel schaue. Natürlich darf man an mir Kritik üben, sachlich und der Wahrheit entsprechend. Was ich aber nicht mehr zulasse ist, dass man mich herabsetzt, aus welchen Gründen auch immer. 

Ich schaue heute wieder gerne in den Spiegel - nicht umsonst heißt das Label unter dem ich meine Outfits zeige "Spieglein an der Wand" - und so was wie ein erweiterter Spiegel, quasi einer in den jeder mit reingucken darf, ist mein Blog. Deshalb zeige ich Euch heute auch wieder liebend gerne mein (fast) neues Kleid. 




Ich hatte es schon im Herbst gekauft. Da es mir mit Pulli und Strickjacke drüber nicht gefällt, hab ich es bisher noch nicht angehabt. Nun aber ist die Zeit dafür...




... auch für die ersten Draußen-Bilder.





Wobei ich dann über Lederjacke und Schal noch ganz froh bin.








 



 


Sonntag, 7. Februar 2016

Mal was Anderes sehen - To See Something Different

Ab und zu brauche ich einen kleinen Tapetenwechsel, möchte mal was anderes sehen als Felder, Wälder und Wiesen. 





Ein besonderes Vergnügen ist es, wenn meine Tochter Josi mit dabei ist. 









Faziniert von den Bildern in Ela's Post, beschlossen wir uns die  "Jean Paul Gaultier"-Ausstellung in der Kunsthalle in München mit eigenen Augen anzuschauen. Wir waren begeistert! 
Wenn Ihr die Möglichkeit habt, schaut sie Euch an. Ihr habt dazu noch bis nächsten Sonntag die Gelegenheit. 





Bilder machen war erlaubt, aber bessere als meine amateurhaften 

findet Ihr unter diesem Hashtag:

 #JPGMUC

 

 Ich zeig Euch dafür, was wir zu diesem Ereignis getragen haben.

 

 

 


Beschwingt und mit fantastischen Bildern im Kopf sind wir wieder zu Hause.
Und nun mag ich meinen Wald auch wieder!

Sometimes I need a change of scene, want to see more than woods, fields and grassland. So my daughter Josi and I decided to take the chance to see the fantastic exhibition of 
Jean-Paul-Gaultier in Munich. More and better pics you can find with the hashtag. I show you what we wore to the event. With fantastic pictures in mind we came home, now again appreciating the woods. 

 






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