Freitag, 3. August 2012

da sind sie wieder.../back again...

... meine pubertären altlasten. schon einmal habe ich hier beschrieben, wie verhaltensmuster aus meiner vergangenheit mich noch heute (negativ) beeinflussen. jetzt ist es wieder passiert. ich versuche es zu definieren.

ich habe kein problem mit autoritäten, weder mit weiblichen noch mit männlichen, wenn die person jünger oder gleichaltrig ist. ich habe ein riesiges problem, wenn sie von einem älteren mann ausgeht.

so geschehen in meinem pilates-sommerkurs, den ich seit montag besuche. der dozent ein freundlicher sportlicher älterer herr, sehr sympatisch - stell dir magnum, aus der gleichnamigen krimiserie, mit mitte 60 vor - sehr engagiert. der kurs macht mir richtig spass, er erklärt gut, macht alle übungen vor, ist aufmerksam und korrigiert bei bedarf, er lobt, kurz er macht alles richtig. ich freue mich, nach jahren endlich wieder einen pilatestrainer gefunden zu haben, bei dem es mir richtig spass macht. dann am schluss, nimmt er mich beiseite und dann passiert es. er sagt das reizwort: sabine, du MUSST das üben...
er hat noch mehr gesagt, ich hab auch zugehört, und er hatte ja recht. aber ich hatte sofort nur noch einen gedanken: das wars denn wohl! innerlich ist eine tür zugefallen. keine kleine schwingtür, nein so eine richtige, wie eine auf einer burg, die mit ketten hochgezogen wird. da sitz ich nun in meiner selbstgebauten burg  - und will wieder raus!

natürlich hab ich darüber nachgedacht, woher das kommt und ich hab auch eine antwort für mich gefunden.
wer wie ich in einer schwäbischen familie aufgewachsen ist kennt den spruch "net gschempft isch gnuag globt" (ich übersetze: nicht geschimpft ist genug gelobt.). und der kam zum einsatz, nicht nur bei mir sondern bei vielen anderen auch. bei mir hat das in der pubertät dazu geführt, dass ich mir von jemand, der kein gutes haar an mir ließ auch nichts hab sagen lassen. nichts ungewöhnliches, wahrscheinlich ist das damals und heute bei pubertierenden so. ich nehme aber an, dass es sich bei den meisten, wenn diese phase abgeschlossen ist gibt. bei mir nicht. ich tu mich noch immer schwer mit "vaterfiguren". ich zweifle an, dass sie mir wirklich was zu sagen haben, ich zweifle an ihrer "zuständigkeit", ich bin gereizt, wenn mich ein älterer herr aus der parklücke dirigieren will. ich nehme keine ratschläge von weißen alten männern an, gutgemeint oder nicht.

und warum nicht? weil ich anscheinend noch in dieser pubertären phase verankert bin. anstatt mir ohne wertung anzuhören, was der mann mir zu sagen hat und dann zu entscheiden, ob ich darüber milde lächle, kopfschüttelnd weitergehe, oder es mir zu herzen nehme, reagiere ich damit, dass ich ohren und hirn verschließe. wirklich weiter bringt mich das nicht!

um dieses verhaltensmuster zu durchbrechen werde ich nicht nur diesen kurs zu ende machen, sondern mich auch, wenn möglich, für den herbstkurs anmelden. ich werde versuchen es zu "ertragen", wenn ich von meinem trainer belehrt oder unterwiesen werde - auch wenn er dass böse wort MUSS verwendet. ich werde versuchen, nicht innerlich mit den augen zu rollen. ich werde versuchen, es nicht als persönlichen angriff aufzufassen, und und und. das wird mir sicher nicht leicht fallen, wahrscheinlich werde ich jedes zweite mal denken, ich schmeiss hin. dass der kerl wie ein in die jahre gekommener magnum aussieht erleichtert es (und dass ich ihn "kerl" nenne und nicht "guter mann" auch).

... my pubertal inhereted burdens. i have already described here how behaviour patterns from my past still affect me (negatively)  ...
now it happened again. i try to define. 

i don't have a problem with authorities, neither with female nor with male, if the person is younger or of the same age as i. i have a huge problem if authority comes from an older man.

as that happened lately in my pilates summer course i take part in since monday. the instructor a friendly older man, sportive, likeable - imagine magum , the tv detective from hawai in the age of about 65 - very dedicated. the course was actually fun, he explained well, he demonstrated the exercises, he was attentive, he did everything just right. i was happy to have found after years a pilates trainer, who makes me enjoy the practices. at the end he takes me aside and then it happened. he spoke the irritant word: sabine, YOU HAVE TO practice....

he told me more, i had been listening, and he was right. but i immediatly had only one thought: that's it! inside of me a door was closed, not a small swinging door but a heavy castle door, such one which is pulled up with chains. now i am sitting in my castle - and want to get out!

of course i have thought about it, why i am reacting like this and for me i have found an answer. 

those like me who grew up in Swabian families know the sentence "not to grumble is enough praising", and so it is used to be. not only in my family but also in many others. in puberty it brings me not to listen to sombody who pulls me to pieces. nothing in particular, probably most of us had acted in puberty like that. 
but i suppose that for most of us it blows off when this phase is over. not at me. i have still difficulties with a "father figure". I doubt that he really has to tell me something, i doubt about his competence, i am bugged, when an old man wants to instruct me by parking. i do not take advices from wise old men, well-meant or not. 
and why not? because i am apparently still anchored in this pubertal phase. instead of listening what the man wants to tell me and only then to decide whether to smile mildly about him or go way shaking my head or take it to my heart, i react by blocking my ears and my brain. actually that does not help on!

to break this pattern of behaviour i decide not only to finisch this course but also to enlist me to the next in autumn. i will try "to bear" when i get instructed by the trainer - even if he used that evil words YOU HAVE TO. i will try not to roll my eyes inwardly, i'll try not regard his words as a personal attack, etc. etc. i think that will not be easy for me. probably i will think every second time to give it up. that the guy is looking like magnum getting a bit long in the tooth makes it easier (and as well that  i call him a "guy" and not  "good old man").



zum schluss noch was erfreuliches, auch sie sind wieder da...
Finally something beautiful which also is back again...


die wunderbar üppigen dahlien und die farbenfrohen zillas
the wonderful opulent dahlias and the colourful zillas (i do not know the engish or american name of these flowers). 

schönes wochenende!
have a good weekend!


Kommentare:

  1. Toll, dass Du es "trotzdem" durchziehen willst. Wäre ja auch schade drum... Scheint ja ein toller Typ zu sein. ;)

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß!!!!

    LG

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    1. hey, schon wieder zu hause? das war aber ne kurze woche. schön, dass du wieder da bist, bin schon gespannt, wie's dir gefallen hat.
      wär ja gelacht, wenn ich mir den spass durch ein paar bemerkungen, die ich in den falschen hals bekomme, verderben ließe. lieben gruß von sabine

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  2. irgendwie kommt mir das bekannt vor...ich wurde mal von einer ganz tollen frau auf madeira in "yoga" eingeweiht. der unterricht war so klasse und verständlich und selbst für mich als langen körperclown leicht nachvollziehbar....zuhause angekommen meldete ich mich gleich bei irgend so einem undefinierbaren und abstrusen subjekt/männlich für weitere yogastunden an....ich sage mal so: im normalen leben, also ohne yogaunterweisung, wären wir ganz bestimmt nicht freunde geworden, jeder hätte den anderen total sch...gefunden. es war zwar kein magnum-, eher eine art möchtegernharekrishnatyp, der ständig auf irgend welchen wurzeln herum kauen muss, oder töne aus seinem innersten heraufbeschwört, ähnlich wie bei der geburtsaustreibungsphase eines walrosses, um sich selber toll oder männlich oder was auch immer zu finden...also im prinzip ähnlich grasslich wie dieser magnumverschnitt ( bestimmt mit oberlippenbart???)....eine yogasunde hat mir gereicht....ich hätte mich eh im leben nie konzentrieren, geschweige denn entspannen können bei diesem fernsehreifen auftritt den dieser mensch hingelegt hat... nun, gefühlte hundert jahre später, bereue ich es irgendwie, meine augen und weitere körperteile damals nicht weiter gegeißelt zu haben...ich würde zu gerne yoga können! durch dieses trauma aber habe ich irgendwie nie wieder den mut aufbringen können, es nochmal zu wagen, meine gebeine einem sogenannten "experten" anzuvertrauen....bin schon sehr gespannt, wie du das aushälst! mein beileid!aber auch meine bewunderung!, dass du da durch willst.....tiefenpsychologisch kann ich mir das nicht erklären, warum ich so dermaßen eine antipathie gegen diesen mann hatte...mein papa war ganz harmlos und ein total netter!!!....aus esoterischer sicht müsste mir wahrscheinlich in einem leben vor diesem leben etwas ganz, ganz schlimmes widerfahren sein, was mit diesem subjekt zu tun hatte...in meinem kopfkino laufen "die heißesten vermutungen"...
    ich bleibe dran...fortsetzung erbeten!
    liebe grüße von der lisanne ins schwobaländle

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  3. liebe lisanne, ich kann mir bildlich vorstellen wie es dir beim yoga ergangen ist, vielleicht überwindest du dich und versuchst es ja auch noch einmal, wenn du es so gerne können willst. in meinem post hab ich mich aber wohl etwas missverständlich ausgedrückt. mein trainer ist wirklich in ordnung, und ich mag magnum tatsächlich (auch mit oberlippenbart, geschmäcker sind halt verschieden). er hat sich in keiner weise wie ein macho verhalten, im gegenteil, ihm war sehr daran gelegen, dass ich beweglicher werde und wollte mir nur sagen, was ich tun sollte, damit mir die übungen leichter fallen. das problem liegt hier tatsächlich bei mir, deshalb "steh ich es auch durch". wäre der trainer mir unsympatisch würde die sache ganz anders liegen, dann würde ich mir einen anderen kurs suchen. ganz liebe grüße zurück in den hohen norden! und ja fortsetzung folgt.

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  4. Vielleicht redest du einfach mal mit ihm (so im Scherz). vielleicht vermeidet er das Wort "du musst" in Zukunft, oder ihr könnt dann beide darüber lachen.
    LG Sabine

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  5. ja, das werd ich machen, wenn ich ihn ein bisschen besser kenne, ob im scherz oder im ernst wird sich aus der situation ergeben. lieben gruß von sabine

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  6. Erstmal zu den Blumen. Sie erinnern mich an Kindheit. Als ich Kind war, hatte meine Mutter von beiden Sorten Unmengen im Garten. Inzwischen machen sie ihr zu viel Arbeit und sie ist vollständig auf pflegeleichte Stauden umgestiegen. Aber ich sehe die beiden Blumen immer wieder gern.

    Parallele? Ich habe Tae-bo geliebt. Wir hatten eine junge Trainerin (so alt wie meine Tochter), die es mit ihrer kessen Art verstanden hat, mich zu motivieren und zu Höchstleistungen zu treiben. Der Muskelkater war zweimal wöchentlich höllisch, aber ich war glücklich, fit, schnell, ausdauernd ... Die ganze Truppe hat sich gut verstanden und ich war gut integriert, obwohl ich da die "Oma" war. Dann ging sie weg, weil sie ein eigenes Studio eröffnet hat (zu weit weg für eben mal schnell zum Sport gehen). Tae-bo ist ein Sport, in dem viel geschrien und Kommandos gebrüllt werden. Wir haben das immer lachend getan und uns gegenseitig aufgestachelt. Dann kam die neue Trainerin, älter als die vorherige - und furchtbar verbissen. Für sie war das Training bitterer Ernst. Plötzlich herrschte eine Art Kasernenton. Das Schreien war nicht mehr fröhlicher Spaß und Ansporn sondern niedermachender Befehl. Tja, da fiel bei mir halt auch die Klappe. Ich lasse mich doch nicht von jemandem fertig machen, der NICHTS von mir weiß und schon gar nicht freiwillig. Ich bin zu diesem Sport gegangen, um den Kopf frei zu kriegen, nicht denken zu müssen und dabei den Körper sinnvoll zu bewegen und zu fordern. Es sollte mit Spaß machen. Das tat es nicht mehr und ich bin, nach drei vergeblichen Versuchen mit der neuen Trainerin klar zu kommen, ausgestiegen. Man muss in seinem Leben so viele Kompromisse eingehen - in meinem selbst gewählten Freizeitsport wollte ich DIESEN nicht machen. Es gab Mitglieder der Gruppe, die bedauert haben, dass ich nicht mehr kam und meinten, ich solle das einfach zu einem Ohr rein und zum anderen raus lassen oder eben zurück fauchen. Aber das wollte ich nicht und es gab genügend sportliche Alternativen. Es sind neben mir übrigens noch ganz viele andere aus der Gruppe raus gegangen, so dass die neue Konstellation da ganz anders aussieht.

    Was dein Problem angeht, würde ich es wohl auch erst mal so versuchen, wie Sabine vorschlägt, scherzhaft mit ihm reden. Denn wahrscheinlich hat er nur dummerweise dein Reizwort benutzt. Das kann man ja bereinigen, da geht es ja nicht um generell andere Ansichten, was ein Training ist/zu sein hat.
    Jedenfalls sehe ich wegen EINER Sache auch keinen Grund, warum du das Handtuch werfen solltest.

    Grüße! N.

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  7. besonders die zilla erinnern mich an den garten meiner oma, sie hatte die in allen farben und immer einen strauß davon zuhause auf dem tisch.
    mein "problem" ist, wie du uns sabine vorschlagt und ich selber inzwischen auch finde, mit ein paar worten zu lösen. ich geh morgen auf jeden fall wieder hin. freu mich auch schon drauf. mir ging es nämlich in den letzten jahren wie dir mit tae bo. ich hab bei meiner ersten trainerin so gerne pilates gemacht und hab als sie wegging, mehrere andere kurse besucht, wobei ich immer an (weibliche) tainer geraten bin, die nichts erklärt, kaum korrigiert und einen riesigen druck aufgebaut haben, indem sie vorgaben, was "geschafft" werden muss, egal ob anfänger oder fortgeschrittene. es kam mir immer vor wie "aerobic-pilates" und ich bin schon nach 1 - 2 mal nicht mehr hingegangen, weil ich wie du der meinung bin, was ich in meiner freizeit mache, muss mir auch guttun und spass machen. die letzten jahre bin ich ins fitnesstudio gegangen, weil ich irgendetwas für meine gesundheit tun wollte und es meinem rücken und meiner figur gut tat. spass gemacht hat es nicht wirklich. pilates mach ich wirklich gerne und ich wär blöd, wenn ich es wegen eines versehentlich gefallenen "reizwortes" wieder aufgeben würde. vielen dank fürs motivieren - auch an sabine. lieben gruß von sabine

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