Sonntag, 1. April 2012

lernfähig

zunächst einmal vielen dank, herr praschl, ihr artikel in der donna 04/2012: hymne an die weiblichkeit, frauen machen männer zu besseren menschen - hier zu finden - wirft ein schönes licht auf uns. ich möchte hier einen kleinen strahl zurück beamen. es gibt durchaus ein paar dinge, die wir von euch lernen können und die uns, einmal gelernt, helfen unbeschwerter durchs leben zu gehen:

aufmerksamkeit:
es stimmt schon, wir hören die zwischentöne und schauen oft dahinter. aber manchmal bremsen wir uns damit auch aus, wenn wir das immer tun. manchmal sollten wir einen satz, einen blick, eine meinung einfach so stehen lassen und schauen, was passiert, oder wenigstens mal drüber schlafen. das ewige deuten und hinterfragen kann auch verunsichern. wenn ich mich ständig frage, was hat er/sie damit gemeint, wie ist das zu verstehen, passt das in mein konzept, verunsichere ich mich oft selbst. manche erklärung und deutung ergibt sich von selbst aus dem was folgt. kann man doch abwarten.

freundschaft:
einmal geschlossen, hält sie bei euch oft ein leben lang. da kann kommen, was will. freundinnen/frauen, denen die kumpels nicht gefallen; umzug in eine andere stadt; pleite und absturz, hochzeit und kinder, usw. die freundschaft hält. selbst wenn sich die gemeinsamen interessen auf ein minium reduziert haben. da wird nicht bewertet nicht gefeilscht, freund bleibt freund. bei uns hat freundschaft oft etwas damit zu tun, wieviel zeit man füreinander hat, wie die gemeinsame interessenlage ist.
richtige freunde sind aber nicht beleidigt, wenn ich mich mal 4 wochen nicht melde, wenn ich plötzlich neue hobbies, neue freunde habe, mehr zeit mit meinem partner verbringen will. richtige freunde verstehen das.

schönheit:
schönheit spielt eine ziemlich große rolle in unserem leben, unsere und die unserer umgebung. gipfelt aber manchmal darin, dass wir die perfektion zu weit treiben. es ist wahnsinnig anstrengend immer schön zu sein und es zu hause immer "schön" zu haben. ab und zu ungeschminkt und in schlabberklamotten auf dem staubigen teppichboden zu sitzen und z. b. ein buch zu lesen ist wesentlich entspannender. und das ohne schlechtes gewissen zu tun, können wir nur von euch lernen.

kampfgeist:
kaufe ich mir ein neues handy oder einen fernseher graut mir jedes mal davor das ding auf meine bedürfnisse einzustellen. ich hasse es bedienungsanleitungen zu lesen und probiere lieber aus. deshalb dauert es tage, wenn nicht wochen, bis ich diese teile in ihrer vollen funktion nutzen kann. wobei "volle funktion" eine übertreibung ist und lediglich heißt, sie machen was ich will -  ich will aber nur das nötigste, telefonieren oder fernsehen (nicht fotografieren, nicht teletext lesen, usw.).   hole ich mir aber männliche hilfe erlebe ich erstaunliches. mann weiß zunächst genauso wenig wie ich, wie das ding funktioniert, lässt aber nicht locker bis er es kennt, bis ins innerste, bis er alle funktionen, auch die unnötigsten, beherrscht und nicht nur das, bis er sie andern erklären kann. chapeau!

entwicklung:
es gab da diese kaffeewerbung, schöne menschen auf einem schönen boot, der slogan: es soll so bleiben, wie es ist (oder so ähnlich). mein albtraum. auch wenns mir gut geht, will ich, dass sich was tut, bewegt, dreht. ich würde sogar sagen nur wenn sich was bewegt, geht es mir gut. manchmal allerdings ist es notwendig einen gang runter zu fahren und alles (zumindest für eine zeitlang) so zu lassen, wie es gerade ist. die küche muss nicht sofort geweiselt werden, dass reicht auch in zwei monaten noch, die fenster müssen nicht gleich geputzt werden, das reicht auch nächste woche noch. ohne den stillstand zu probagieren, möchte ich behaupten eine gewisse lässigkeit in dieser richtung täte uns gut.

wahrhaftigkeit:
da hat der herr praschl recht, wenn etwas nicht mehr geht hat sicherheit nicht die erste priorität. das bringt uns zwar manchmal in kalamitäten, weckt aber auch neue energien.
mehr wahrhaftigkeit wünsch ich uns allen, vor allem von denen, die von uns gewählt, das sagen haben.

harmonie:
wer wünscht sich nicht in harmonie und frieden zu leben? um das ziel zu erreichen, sind wir frauen aber oft bereit, einen hohen preis zu zahlen. "um des lieben friedens willen" verzichten wir auf eigene zeit, eigenens geld und eigenen raum. um die harmonie zu erhalten, geben wir oft nach und verzichten darauf unseren standpunkt deutlich zu machen, rücksichtnahme und unterstützung einzufordern. ich denke ein bisschen streitsucht und ein gesunder egoismus würde uns manchmal ganz gut tun.

sanftheit:
ein wenig sanftheit im richtigen moment, steht mann und frau gut. zuviel davon ist wie sirup trinken. sie überdeckt alle anderen emotionen, die es auch wert sind gelebt zu werden.

Huch, das wurde ausführlicher als geplant.
jetzt mach ich mich auf die socken und genieße den sonnigen tag.
lieben gruß von sabine 

 






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