Sonntag, 15. April 2012

alles nicht so ernst nehmen

hab neulich beim stöbern folgenden artikel in brigitte woman gefunden, und mir  überlegt was mir peinlich ist: 

dass ich zugenommen habe in den letzten jahren ist zwar lästig aber doch nicht peinlich. ich kauf mir ohnehin jedes jahr neue klamotten, da muss ich in das kleine schwarze von vor 10 jahren wirklich nicht mehr reinpassen. hohe schuhe zu tragen finde ich überhaupt nicht peinlich sondern superchic und das in jedem alter, muss sie ja nicht beim stadtspaziergang tragen. haare sind ein heikles thema in jedem alter, peinlich war's mir als durch falsches selberfärben meine blonden haare einen stich ins moosgrüne hatten (da war ich 23). als ganz junge frau hatte ich eine krause mähne (viele haare aber nicht zu bändigen). heute habe ich weniger, dafür sind sie aber gut zu friesieren. warum lange haare bei 50+ frauen unpassend sein sollten, leuchtet mir nicht ein. es gibt wunderbare hochsteckfrisuren, die ungeheuer elegant und weiblich aussehen lassen, dafür braucht frau aber unbedingt haare, die überschulterlang sind (wär mein traum, so was). ein blick in den spiegel - von peinlichkeit keine spur. 

mein verhalten? warum sollte ich in all den jahren verlernt haben, mich der situation angepasst zu verhalten? zugegeben meine stimme ist im laufe der jahre lauter geworden, das hängt aber auch damit zusammen, dass ich selbstbewußter geworden bin. meistens merke ich aber, wenn ich zu laut bin und fahre die lautstärke runter (oder meine umgebung erinnert mich freundlicherweise daran). wenn ich meine freundinnen gegrüße, fallen wir uns nicht kreischend in die arme (noch nie!), wenn ich ausgelassen tanze, dann weil es mir spass macht und nicht weil ich zuviel getrunken habe oder sonstwie betäubt bin, auch nicht weil ich auf mich aufmerksam machen will, was also soll daran peinlich sein?

was bedeutet überhaupt altersgerechtes verhalten? gibt es da eine tabelle, wie bei den neugeborenen - ihr erinnert euch, da konnte man ablesen ab welchem alter ein kind sitzen, krabbeln, sprechen, usw. können muss, um der "norm" zu entsprechen (war mir damals auch suspekt diese normierung)? gibt es das jetzt mit umgekehrten vorzeichen. ab wann frau keinen minirock mehr tragen darf, ab wann eine lange wallemähne unters messer muss? 

und schließlich, wer außer mir hat überhaupt zu entscheiden, was für mich angemessen ist. die jüngere generation? warum, die kann sich doch um ihr eigenes verhalten kümmern, und tut das ja auch. die ältere? die zeiten sind glücklicherweise vorbei. 

also, peinlich bin ich mir nicht (alterweise leider auch noch nicht) und den folgenden sätzen von frau holst kann ich unumwunden zustimmen: 

"Für mich steht auf Platz eins meiner persönlichen Rangliste: es nicht mehr allen recht machen zu wollen, authentisch zu sein. Und dann natürlich: zu wissen, was einem guttut. Ebenfalls unverzichtbar: eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit den eigenen Schwächen. Und last, but not least: neugierig zu bleiben, ein bisschen verspielt und übermütig, damit wir vor lauter verantwortungsvoller Erwachsenheit nicht zu unserer eigenen Statue erstarren."

übermütige tage voller ausgelassenheit wünscht sabine














Kommentare:

  1. Seit ich vierzig bin, habe ich ein Lebensmotto (vorher hatte ich sowas nicht - ist das jetzt eine Alterserscheinung?):
    Ich will nicht mehr alles sofort, sondern nur noch das Wichtige zur richtigen Zeit. Das ist wunderbar entspannt. An Selbstbewusstsein hat es mir noch nie gemangelt, aber ich verlasse mich zunehmend darauf. Ich kann locker NEIN sagen. Das ist meine Freiheit, die ich genieße.

    Und solche Normtabellen finde ich äußerst suspekt.

    Grüße! N.

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    1. selbstbewußt war ich nicht immer, eher schüchtern und zurückhaltend. aber im laufe der jahre habe ich herausgefunden, dass das ja gar nicht meine art ist - besser spät als nie. gerade fällt mir das lied von silly ein "ich sag nicht ja" (verlinken will ich es nicht, ich hab keine abmachung mit der gema, findest du aber leicht auf youtube). gefällt mir sehr gut, wie auch dein kommentar. hab noch eine enspannte woche! lg sabine

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    2. Muss ich gar nicht suchen - als Silly-Fan. Steht im Regal. :)
      Wobei - Anna ist gut, aber Tamara, hach, die war schon eine andere Klasse.
      Der Ehemann ist übrigens der festen Überzeugung, ich wäre ein weiblicher "Paradiesvogel".

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    3. da würd ich mich nicht beschweren, sind doch hübsche tierchen. lg sabine

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  2. Liebe Sabine, ich denke komischerweise beim Lesen Deiner interessanten Gedanken als erstes daran, was mir peinlich an anderen Menschen war in meinem Leben; sogenanntes "fremdschämen"... Mal sehen, was mir selber an mir peinlich ist...Miniröcke trage ich ausser beim Tennis auch nicht, aber ich darf auch mal ein Kleid tragen, dass sexy aussieht:-). Die Haare hab ich auf Schulterlänge und sogar länger als in jungen Jahren und ich fühle mich damit sehr weiblich.

    Naja, da gibt es schon Dinge, die mir peinlich an meinem Verhalten waren...aber mit denen hab ich mich ausgesöhnt und sie vergessen:-)... Den letzten Satz, den kann ich auch voll unterstreichen... sehr schöne Worte, liebe Grüsse Andrea

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  3. liebe andrea,
    es gab und wird wohl immer fettnäpfchen geben, die auf mich warten. heute kann ich sie zum glück meist weglachen.
    eine fröhliche woche wünscht dir sabine

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